Anamnese

Eine ausführliche Anamnese dient dem Therapeuten dazu, ein umfassendes Bild über Ihren Gesundheitszustand und Ihren Lebensstil zu erhalten. Die Anamnese ist ein wichtiger erster Schritt, um die zugrundeliegenden Ursachen von Beschwerden oder Erkrankungen zu identifizieren, die Sie möglicherweise haben. Anhand der Erkenntnisse aus der Anamnese kann ich Ihnen, eventuell unterstützend mit weiteren diagnostischen Verfahren, eine mögliche Therapie empfehlen.

Eine ausführliche Anamnese ist die Grundlage jeglicher Therapie. Sie hilft, mögliche Risikofaktoren für Krankheiten zu identifizieren und man kann aus den gewonnen Informationen Massnahmen zur Vorbeugung oder Therapie empfehlen. Darüber hinaus kann eine Anamnese helfen, den eigenen Zustand besser zu verstehen. Je besser Sie verstehen, was mit Ihnen geschieht, je konkreter können Sie Ihren Anteil in die Therapie einbringen und Massnahmen selbständig umsetzten. Die Anamnese hilft, den Fall einzuschätzen und zu entscheiden, ob allein mit Hilfe der Alternativmedizin gearbeitet werden kann oder ob unterstützend mit der Schulmedizin einen übergreifenden Therapieplan ausgearbeitet werden sollte.

Ablauf einer Anamnese in meiner Praxis

((Foto 3.1.1.1 Bild von mir und Patientin auf der Couch, welches mich von hinten und Patientin unscharf zeigt.)

In einem persönlichen Gespräch nehme ich Ihr Anliegen auf, mit welchem Sie sich an mich wenden. Die Art und der Ablauf der Anamnese gestalteten sich individuell und auf sie persönlich zugeschnitten. Grundsätzlich beinhaltet die Anamnese die Befragung nach aktuellem oder vergangenem körperlichem Befinden, nach bisherigen Behandlungen und nach einzunehmenden Medikamenten. Informationen über körperliche Belastungen, Ernährungs- und Schlafgewohnheiten sowie mögliche Auslandaufenthalte können weitere Hinweise auf Gesundheitsstörungen geben. Weitere Teile einer Anamnese sind Fragen nach dem psychischen Befinden und nach der sozialen Position. Falls nötig mache ich eine körperliche Untersuchung. Die Informationen dienen dazu, mögliche Hinweise auf die Hintergründe der Beschwerden zu erhalten und um das weitere Vorgehen zu bestimmen. Eine Erstanamnese kann, je nach Thema und Tiefe des Gesprächs und unter Einbezug diagnostischer Verfahren, bis zu 2.5 Stunden dauern.

Die Anamnese halte ich in einer offenen, Ihnen entsprechenden Kommunikation, die es erlaubt, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und sie gibt Ihnen den nötigen Freiraum, Themen so weit in der Tiefe anzusprechen, wie Sie es zulassen möchten. Während der Anamnese mache ich Handnotizen, die mir helfen, Ihren Fall zu dokumentieren.

Anamnesevarianten

Neben der Eigenanamnese, wo Sie mir über Ihr Befinden berichten, können weitere Anamneseformen zum Tragen kommen. Zum Beispiel eine Fremdanamnese. Dies Bedeutet, die Informationen kommen aus dem Umfeld des Patienten. Dies kann zum Beispiel sein, wenn der Patient nicht selbst in der Lage ist, alle Details zu berichten, oder wenn es um Kinder geht. Gerade, wenn es bei Kindern um Verhaltensweisen geht, habe ich vor dem Termin mit dem Kind gerne ein Gespräch mit einer Bezugsperson. Das hilft mir und der Bezugsperson, frei über das Thema zu sprechen, ohne, dass das Kind dabei sein muss und damit unnötig belastet wird. So haben wir am eigentlichen Termin mit dem Kind eine Sitzung, wo es vornehmlich darum geht, dass ich das Kind kennen lerne und auf eine ungezwungene und spielerische Art mit ihm ins Gespräch kommen kann. Weitere Anamneseformen können situationsbedingt zum Tragen kommen.

Homöopathische Anamnese und Fallanalyse

Eine homöopathische Anamnese ist eine umfassende Befragung des Patienten durch einen homöopathischen Therapeuten, um ein individuelles Verständnis der Gesundheitsgeschichte und deren Symptome zu erhalten. Allgemein führe ich eine homöopathische Anamnese in folgenden Schritten durch.

  • Ungestörter Spontanbericht des Patienten in seinen Worten. Ich lenke das Gespräch nur, wenn der Patient abschweift oder eine Klärung des Inhalts nötig ist. Dies gibt dem Patienten den nötigen Freiraum, auf das einzugehen, was im im Moment wichtig ist, und mir gibt es die Gelegenheit, den Patienten kennen zu lernen indem ich beobachte, was er erzählt, wie er spricht, wie er sich bewegt, welche patho- und psychophysiognomischen Zeichen ich wahrnehme und welche Themen für ihn wichtig sind.
  • Wenn der Patient mit seinem Spontanbericht zum Ende kommt, lenke ich das Gespräch mit offenen Fragen zur Präzisierung gemachter Angaben, oder zur Ergänzung von nicht genannten Themen oder Symptomatiken, die für die Mittelbestimmung relevant sind.
  • Nach Bedarf mache ich eine körperliche Untersuchung.
  • Wenn der Patient selbst keine Angaben machen kann oder bei Kindern, mache ich mit Bezugspersonen eine sogenannte Fremdanamnese. Bei Kindern mache ich die Fremdanamnese gerne vor dem Termin mit dem Kind mit der Bezugsperson. So wird das Kind am Termin selber nicht mit allenfalls belastenden Inhalten konfrontiert und ich kann mich ganz auf das Kind einlassen und auf spielerische Art Informationen direkt vom Kind erhalten.

Nach der Sitzung mit dem Patienten kann ich bei akuten Fällen meist direkt ein homöopathisches Arzneimittel zur Einnahme empfehlen. Bei chronischen Fällen verabschiede ich den Patienten und mache im Anschluss eine ausführliche Fallanalyse. Ich bilde mir ein Fallverständnis, gewichte alle relevanten Symptome, übersetze diese in die Sprache der Materia Medica, in welcher sämtliche homöopathischen Arzneimittelbilder beschrieben sind, suche mir die relevantesten homöopathischen Arzneimittel und vergleiche diese anhand einer Differentialdiagnose mit den vom Patienten beschriebenen Symptomen und meinen Eindrücken. Wenn ich das passende homöopathische Arzneimittel gefunden habe, empfehle ich das homöopathische Arzneimittel dem Patienten.

Fallverlaufskontrolle

Egal, mit welcher therapeutischen Methode die Behandlung stattfindet. Eine Verlaufskontrolle des Falls ist immer ratsam. Oft reichen kleine Interventionen meinerseits, um den Patienten in seinem Genesungsprozess zu unterstützen. Und sollte es einmal wenig oder keinen Fortschritt geben, kann die Therapie entsprechend angepasst werden. Die Verlaufskontrollen finden entweder in der Praxis in einem persönlichen Gespräch statt, was für die meisten Patienten als vorteilhaft beschrieben wird, oder, wenn die Patienten weiter weg wohnen oder nicht mobil sind, können die Fallverlaufskontrollen auch telefonisch stattfinden.

Diese Website verwendet Cookies und bearbeitet Personendaten. Wenn Sie genauere Informationen hierüber möchten, lesen Sie bitte unsere Daten­schutz­erklärung.